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(21.07.2020)

Windenergieanlagen in Bösensell beantragt

Presseartikel aus den Westfälischen Nachrichten vom 21.07.2020

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Seit Monaten herrscht Flaute in Sachen Nutzung der Windenergie. Doch wird das Thema jetzt neu beflügelt. Denn die Westwind Projektierungs GmbH & Co. KG (Kirchdorf) hat beim Kreis Coesfeld als zuständige Genehmigungsbehörde den Bau von zwei Windenergieanlagen nördlich von Bösensell beantragt. Ihre Nabenhöhe beträgt 161 Meter, sodass sich ihre Gesamthöhe inklusive der 79 Meter langen Rotorblätter auf 240 Meter addiert. Zum Vergleich: Die Anlagen im Windpark Aldenhövel haben eine Nabenhöhe von 149 Metern und eine Gesamthöhe von knapp 210 Metern.

Der Genehmigungsantrag sowie die dazugehörigen Unterlagen und Gutachten einschließlich der Umweltverträglichkeitsuntersuchung liegen ab Freitag (24. Juli) bis einschließlich 24. August sowohl im Sendener Rathaus als auch in der Kreisverwaltung Coesfeld aus. Bürger und Behörden können ihre Anregungen und Bedenken dann noch bis zum 24. September beim Kreis Coesfeld oder der Gemeinde Senden einreichen.

„Die Vollständigkeit unseres Antrags haben wir bestätigt bekommen“, erklärt André Meyer auf WN-Anfrage. „Standardmäßig“, so der Projektleiter der Firma Westwind Energy weiter, dauere ein Genehmigungsverfahren circa sieben Monate. Sollte der Kreis Coesfeld als Genehmigungsbehörde innerhalb dieses Zeitrahmens tatsächlich grünes Licht geben, dann könnte die etwa sechsmonatige Bauphase Ende 2021 beginnen. „Die Anlagen können rund 28 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 8000 Haushalten. Der wirtschaftliche Wert einer Anlage dürfte bei etwa sechs Millionen Euro liegen“, nennt Meyer weitere Planungsdaten.

Politik und Verwaltung der Gemeinde Senden befürworten den Bau von Windenergieanlagen ausdrücklich. Diesbezüglich heißt es in der Ende 2019 einstimmig verabschiedeten Klimaschutzresolution: „Der Rat der Gemeinde Senden bekennt sich daher zum Ausbau der Windenergie, um im Rahmen einer gemeindlichen Steuerung der Windenergie substanziell Raum zu geben. Die hierfür notwendige Flächennutzungsplanänderung wird weiterhin mit hoher Priorität fortgeführt.“ Gleichwohl könnten die Sendener Politiker in eine Bredouille geraten, wenn (voraussichtlich) am 27. August (Donnerstag) im Gemeindeentwicklungsausschuss (GEA) über das gemeindliche Einverständnis zum Bau der beiden Bösenseller Windenergieanlagen beraten wird. Denn: „Das Verfahren ist rechtlich kompliziert“, räumt Carsten Busche ein. 2019 sei zwar ein Flächenszenario mit Konzentrationszonen für Windenergieanlagen erarbeitet worden, das auch die Bereiche nördlich von Bösensell einschließe, erläutert der Sachbereichsleiter der Sendener Bauverwaltung. „Allerdings ist dieses Szenario nicht rechtskräftig, weil die dazu notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) aussteht.“ Der Grund: Wegen zwischenzeitlicher Änderungen im Landesentwicklungsplan und im Baugesetzbuch bezüglich des Mindestabstands von Windenergieanlagen zur Wohnbebauung sowie angesichts diverser Gerichtsurteile habe die Gemeinde das Verfahren zur Änderung des FNP vorerst ruhen lassen. Somit gelte aktuell der seit 2003 gültige Flächennutzungsplan, sagt Busche. Und der lasse lediglich in den Bauerschaften Kley und Schölling die Errichtung von Windenergieanlagen zu. Somit ist fraglich, ob die Kommunalpolitiker das gemeindliche Einverständnis – das sie eigentlich geben möchten – tatsächlich auch geben dürfen. Diese und weitere Fragen zum Genehmigungsverfahren sollen im Vorfeld der öffentlichen GEA-Sitzung am 27. August mit dem Kreis Coesfeld und Gutachtern besprochen werden.

Nächster Meilenstein im Windenergieanlagen-Genehmigungsverfahren ist ein öffentlicher Erörterungstermin, der am 18. November (Mittwoch) im Sendener Rathaus stattfinden soll. „Parallel dazu arbeiten wir daran, wie das Flächenszenario abgeschlossen werden kann – mit Blick auf die Bundes- und Landespolitik sowie auf die aktuelle Rechtsprechung“, kündigt Busche an.

Von Siegmar Syffus

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