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(23.01.2020)

„WestWind“ errichtet 14 Windräder im Bereich Bruchhagen-Nendorf

Presseartikel | DIE HARKE vom 15.01.2020 84-Millionen-Euro-Windpark im Bau

VON SEBASTIAN SCHWAKE

BRUCHHAGEN. Das Genehmigungsverfahren hat vier Jahre gedauert, der Bau der14 Windräder im Windpark Bruchhagen-Nendorf soll Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein: Am vergangenem Freitag haben die vorbereitenden Baumaßnahmen für den Windpark begonnen. Der Investor „WestWind“ aus Kirchdorf investiert etwa 84 Millionen Euro in den Park. Der Windpark Bruchhagen-Nendorf wird auf Flächen im Flecken Steyerberg und in der Samtgemeinde Mittelweser (Gemeinde Stolzenau) errichtet und ist eine Erweiterung zum bereits bestehenden Windpark Mensinghausen im Flecken Uchte. Gebaut werden sollen Anlagen vom Typ Enercon E-126. Die Kosten: etwa sechs Millionen Euro pro Windrad. Dabei handelt es sich um Vier-Megawatt-Anlagen mit einer Nabenhöhe von 135 Metern, einem Rotordurchmesser von 126 Metern und einer Gesamthöhe von 198 Metern. Eine Anlage soll etwa 8,9 Millionen Kilowattstunden jährlich erzeugen. Dies entspräche dem CO2-Fußabdruck von etwa 11000 Einwohnern bei etwa acht Tonnen pro Person pro Jahr. Insgesamt rechnet „WestWind“ mit einer Jahresleistung des gesamten Windparks von etwa 124,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Für die Einspeisung des Stroms ist der Bau eines neuen Umspannwerkes in Hoysinghausen notwendig. „Dafür befinden wir uns derzeit in der Genehmigungsphase. Wir rechnen mit einer Genehmigung im Februar oder März“, sagt „WestWind“-Projektleiter Andre Meyer. Das Umspannwerk soll anschließend gebaut und im September/Oktober ans Netz gehen. Im April soll mit dem Wegebau und damit der Erschließung des Windparks begonnen werden. In Betrieb genommen werden sollen in diesem Zeitraum auch die ersten Windräder des neuen Windparks. Ziel von „WestWind“ sei es, dieses Jahr noch bis zu sieben Anlagen zu errichten und auch ans Netz zu nehmen. Die verbleibenden Anlagen sollen im ersten und zweiten Quartal 2021 in Betrieb gehen. Für den Bau der Anlagen werden geschotterte Wege entstehen, damit die Lkw und später auch die Schwertransporte die Standorte auch problemlos erreichen können. Während der Bauphase rechnet das Unternehmen mit etwa 5000 Lkw-Fahrten – jeweils 2500 Leer- und 2500 Vollfahrten

Partizipieren sollen von den Anlagen auch die umliegenden Bewohner. „Wir planen, die Bürger an einer Anlage mit einem Sparbriefmodell zu beteiligen“, sagt Meyer. Eine Möglichkeit sei, dass diese Anteile am Park zeichnen können. „WestWind“ plane zudem, nicht alle Anlagen selbst zu betreiben. Es gebe auch Interesse der Flächeneigentümer an der Übernahme eines Windrades. Zudem will auch der Flecken Steyerberg ins Windkraftgeschäft einsteigen und eine Anlage betreiben. Meyer lobt die Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen und dem Landkreis. Weil der Flecken Steyerberg und die Samtgemeinde Mittelweser entsprechende Bebauungspläne aufgestellt und verabschiedet haben, zieht für „WestWind“ Paragraf 30 des Baugesetzbuches – der Investor darf damit rechtskräftig bauen. Von der Antragstellung bis zur Genehmigung vergingen stattliche vier Jahre. Am 3.August 2015 hatte das Kirchdorfer Unternehmen den Antrag für den Bau des Windparks beim Landkreis als Genehmigungsbehörde eingereicht: damals noch mit Windenergieanlagen vom Typ Enercon E-115 mit einer Gesamthöhe von 206,85 Metern.

„Diese Windräder waren damals das Maß aller Dinge“, blickt Meyer zurück. Sie waren aber zu hoch für das Gebiet, weil der Windpark in den Einflugbereich des Bundeswehrflugplatzes Wunstorf reicht. Die Bundeswehr hatte daraufhin mitgeteilt, dass dort Windräder grundsätzlich errichtet werden könnten, diese aber kleiner als 200 Meter sein müssten, damit sie den Flugverkehr nicht beeinträchtigen. Also wurden neue Anlagen geplant und der Turm ausgewechselt, damit die Windräder unter 200 Meter bleiben. Für Verzögerungen sorgten auch umfangreiche Gutachten zu Wiesenweihe-, Uhu- und Ortolanvorkommen im geplanten Windparkgebiet. „Dafür waren umfangreiche Kartierungen nötig“, erklärt Meyer. Das Unternehmen habe viel für den Naturschutz getan: unter anderen drei Nisthilfen für den Uhu im Waldgebiet „Neue Weide“, Gelegeschutz (Brutrevierschutz) sowie etwa 35 Hektar an Ausgleichsflächen für Uhu, Wiesenweihe, Ortolan, Wachtel, Rast- und Gastvögel, dazu zählen Kraniche, Gänse und Schwäne, geschaffen. Weil „WestWind“ vom Landkreis bis Ende 2016 keine Genehmigung für den Windpark erhalten hatte, schaute sich das Unternehmen in Abstimmung mit dem Landkreis nach einem neuen Anlagentyp um und entschied sich nach einem guten weiteren Jahr des Überlegens letztlich für die E-126. Am 4. Mai 2018 hatte „WestWind“ schließlich den überarbeiteten Antrag bei der Kreisverwaltung neuerlich eingereicht. Anfang Oktober des Vorjahres gab es dafür die immissionsschutzrechtliche Genehmigung.



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