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(22.12.2019)

Was lange währt:

Endlich grüner Strom aus Albringhausen

Mehr als sechs Jahre liegen zurück, seit erste Gespräche mit der Stadt Bassum über die Erweiterung des bestehenden Windparks zwischen Albringhausen, Hallstedt und Menninghausen geführt wurden.
Nun kann das Projekt, bei dem WestWind ENERGY Projektierer und Betreiber ist, nach einem aufwendigen und langen Genehmigungsverfahren umgesetzt werden.

Im April dieses Jahres ist die Genehmigung gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz für den Bau und Betrieb von sieben Windenergieanlagen vom Typ GE 4.5/5.3-158 erteilt worden. Die Anlagen ergänzen den bestehenden Park und liefern mit einer Leistung von bis zu 5,3 Megawatt, einem Rotordurchmesser von 158 Metern und einer Nabenhöhe von 161 Metern nun grünen Strom aus der Region. Der Genehmigung ging ein umfangreicher Prozess voraus, bei dem Veränderungen im Flächennutzungsplan Wind der Gemeinde Bassum ebenso eine Rolle spielten wie die anwohnenden Bürger. Unter anderem gab es Sorgen um die Belastung durch Schall und Schattenwurf. WestWind ENERGY konnte im Verlauf des Verfahrens immer wieder deutlich machen, dass die eindeutigen Vorgaben durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz umgesetzt und eingehalten werden. Die sieben neuen Anlagen sind zudem mit Abschaltmodulen ausgestattet, die den Schattenverlauf berechnen.

Die Bedenken und Einwendungen der Bürger bezogen sich aber vor allem auf den Schutz der Avifauna. Insbesondere der Rotmilan stand im Fokus, in dessen Folge der wohl bisher umfangreichste Umweltbericht entstand, den WestWind ENERGY bislang für ein Verfahren erstellt hat. Bei den über 4 Jahre andauernden faunistischen Bestandsaufnahmen wurden die Kartierungen von renommierten Experten erstellt. Unter anderem war die ARSU GmbH beteiligt. Die Gutachter haben seit Beginn der 1980er-Jahre mehr als 150 Planungs- und Forschungsprojekte sachverständig begleitet (www.arsu.de).

Greif- und Großvögel sind besonders sensibel für Windenergieanlagen. Deshalb sind die Experten bei der Kartierung in Albringhausen nach unterschiedlichen Methoden vorgegangen:

-    Flugaktivitäten wurden (in jedem der 4 Jahre) über 150 Tage erfasst
-    Ermittlung von Brutplätzen innerhalb eines Radius von bis zu 4.000 Metern um die geplanten Erweiterungsflächen
-    Horstsuche und -kontrolle in den Gehölzflächen vor der Brutzeit, im Juni sowie nach Ende der Brutzeit im Radius von bis zu 4.000 Metern
-    Suche nach Uhu-Brutplätzen im Umkreis von bis zu 3.000 Metern
-    Erfassung rastender und ziehender Kraniche
-    Erfassung von Rote-Liste-Arten im Umkreis von 500 Metern um die geplanten Anlagen-Standorte

Vier Jahre in Folge sind auf den Erweiterungsflächen in Albringhausen allerdings keine Horste mit Rotmilan-Brut und auch keine Rotmilane mit brutplatznahem Verhalten gesichtet worden. Auch die Sichtungen der Anwohner in den letzten Jahren führten zu keinem anderen Ergebnis. 
Aktuelle Untersuchungen von telemetrierten Rotmilanen über 3 Jahre (über 800.000 Ortungspunkte!) u.a. des NABU im Auftrag des hessischen Umweltministeriums (Abschlussbericht 09/2019) zeigen, dass Rotmilane zu 73 % im 1.500m-Radius um einen Horst aktiv sind, zu 81 % der Flüge unterhalb von 100 m und zu 72 % der Flüge unterhalb von 75 m fliegen. Nur bis zu ca. 5 % der Flüge finden über 3.000 m vom Horst entfernt statt. Der 95%-Aktionsraum eines Rotmilanes lag im Maximum bei über 4.000 Hektar! Im gesamten Untersuchungszeitraum wurden keine Flüge von besenderten Tieren im unmittelbaren Gefahrenbereich der WEA (Durchflug der Rotoren) festgestellt.
Diese Erkenntnisse bestätigen auch aktuelle Untersuchungen von WestWind ENERGY in 2019 im Rahmen der Erprobung eines Vogel-Detektions-Systems unter Begleitung eines Laser-Tracking-Messgerätes in einem Bestands-Windpark mit einem Rotmilan-Horst im 500m-Abstand zu den Windenergieanlagen. WestWind ENERGY wird diese Systeme nach Erprobung bei Bedarf einsetzen, um Kollisionsrisiken – auch unterhalb der Signifikanzschwelle - nahezu auszuschließen.

Der Windpark Albringhausen hat bereits im Mai dieses Jahres erfolgreich am Ausschreibungsverfahren nach EEG 2017 teilgenommen. Der Baubeginn wurde im Dezember 2019 der Genehmigungsbehörde angezeigt.
Übrigens:

Bundesweit stecken nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie (BWE) rund 11.000 Megawatt in Genehmigungsverfahren fest. Weitere 4.000 Megawatt sind blockiert durch vorgeschriebene Abstände zu den Drehfunkfeuern der Flugsicherung. 800 Megawatt bereits erteilter Genehmigungen werden beklagt.

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