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(17.06.2020)

Neuenkirchen: Neues Umspannwerk

Strom-Einspeisung aus Windparks Albringhausen und Twistringen

Von Sylvia Wendt

Presseartikel aus der Kreiszeitung

Neuenkirchen – Warum hier? Der von Windkraftanlagen produzierte Strom muss irgendwie in die bestehenden Stromleitungen eingespeist werden. „Und dazu müssen wir einen Eckmasten finden. Der nächste, vom Windpark Albringhausen aus gesehen, steht in einem Biotop“, erklärt Andre Meyer, Projektleiter der Westwind Projektierungs GmbH & Co. KG aus Kirchdorf, die Entscheidung der Firma für das etwa 3200 Quadratmeter große Gelände auf dem Areal der Gemeinde Neuenkirchen als Standort des neuen 110-kV-Umspannwerkes.

Der Netzbetreiber (hier: Avacon) teilte Westwind als Antragsteller diesen Anschlusspunkt zu. Die Planungen für ein Umspannwerk im Umfeld des Windparks Albringhausen laufen bereits seit dem Jahr 2014, erklärt Meyer. Der konkrete Antrag für diesen Standort sei im September 2019 gestellt, die Baugenehmigung im März 2020 durch den Landkreis Diepholz erteilt worden. Die Bauarbeiten haben Ende April begonnen.

Eingespeist werden sollen die Leistungen aus den Windmühlen des im Bau befindlichen Windparks Albringhausen sowie aus den Anlagen des Windparks Twistringen-Scharrendorf, für die bereits die Leistungen nach dem geplanten Repowering eingerechnet sind.

Westwind baut selbst

Warum baut eigentlich Westwind das Umspannwerk, nicht der Energieversorger? „Die Projekte werden immer umfangreicher, die erbrachte Megawattleistung steigt, und die Energieversorger haben oft genug nicht so große Umspannwerke. Da sind wir gezwungen, selbst zu bauen, um die Möglichkeit zur Einspeisung zu haben“, erklärt Meyer. Das neue Umspannwerk am Gödderner Weg (der für die Dauer der bis Ende August /September geplanten Bauarbeiten gesperrt ist) umfasst Stationsgebäude, zwei 110-kV-Schaltanlagen und zwei Transformatoren mit jeweils 63/80 Megavoltampere Leistung. Vom Windpark zum Umspannwerk sei eine sechs bis sieben Kilometer lange Kabeltrasse zu legen.

Eingespeist werden können zwischen 120 und 180 Megawatt. Die höhere Leistung könne durch den Einbau einer Lüftung erzielt werden, erklärt Meyer.

Angesichts der großen Investition sei die Leistungsbreite des Umspannwerkes mit Bedacht zu wählen. Bei den sieben geplanten Anlagen im Windpark Albringhausen handelt es sich um Superturbinen: 5,3 Megawatt Leistung und 159 Meter Rotordurchmesser.

Doch, es geht noch größer: Für 2020 waren Rotordurchmesser von 162 Meter seitens des marktführenden Herstellers aus Dänemark angekündigt. Die sieben Albringhauser Anlagen speisen im Jahr etwa 120000 Megawattstunden grünen Strom ein, erklärt Meyer.

Freie Kapazitäten

Trafo eins arbeitet Albringhausen und Twistringen auf, Trafo 2 werde benötigt für das geplante Repowering des Windparks Albringhausen II.

Thema Dimensionierung: Für wie weit in die Zukunft ist die Kapazität des Werkes ausgerichtet? Insgesamt belegten die Anlagen der Firma Westwind etwa ein Drittel der Kapazität des Umspannwerkes Neuenkirchen, erklärt Meyer. Es bliebe demnach noch ausreichend „Platz“ für die Einspeisung von grünem Strom durch weitere Anlagen. Die Planungen seien auf die Entwicklungen der nächsten 25 bis 30 Jahre ausgerichtet.

Für die Kirchdorfer Firma ist dies nicht das erste Umspannwerk: Fünf laufen bereits, Neuenkirchen und Bruchhagen-Nendorf seien die aktuell laufenden Neubau-Projekte. Das Neuenkirchener Grundstück liege mitten auf einer Wiese, sei aber für die Planung zur Infrastruktur und der Erschließung geeignet.

Außerdem durch den Schwerlastverkehr erreichbar und die notwendigen Kräne finden Halt, was sich zeigt, als schwere vorgefertigte Betonteile von den Lkw gehievt und, wie beim Legospiel, zusammengesetzt werden, ein Vergleich, den Familienvater Meyer zieht. Sind die Bauarbeiten beendet, werde das Areal großzügig eingegrünt und auch der nächste, gut 250 Meter entfernte Anwohner hätte dann wieder Blick ins Grüne. Vorgegeben für die Bepflanzung sei eine Höhenbegrenzung, man werde deshalb Hecken wählen.

Der Betrieb, ist das Umspannwerk am Netz, werde doppelt abgesichert: Eigene Westwind-Mitarbeiter haben einen Blick darauf, dafür zeichnet Kollege Christian Müller verantwortlich. Die Parameter werden ebenso übertragen an das Team von Elektro Koopmann und letztlich prüfe auch die Avacon, was da eingespeist werde. Bei Fehlermeldungen seien die Westwind-Mitarbeiter und die Elektro-Fachleute schnell vor Ort, erklärt Meyer.

Eingrünung geplant

Die Corona-Pandemie habe sich im Hinblick auf das Bauprojekt Umspannwerk Neuenkirchen nicht bemerkbar gemacht, sagt Meyer.

Da aber die einzelnen Teile weltweit eingekauft würden, habe sich das manchmal bemerkbar gemacht: Manches Teil sei dann kurzfristig nicht lieferbar gewesen und es sei zu Verzögerungen gekommen.

www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/neuenkirchen-neues-umspannwerk-90004041.html

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