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(05.01.2017)

Ein Hektar auf einen Streich

Presseartikel aus der Kreiszeitung: Neun neue Windräder drehen sich demnächst in Hoyerhagen

Hoyerhagen - Von Michael Wendt. Einen Hektar Luftraum durchpflügt jede der neun Windkraft-Anlagen, die derzeit in Hoyerhagen entstehen, in wenigen Sekunden – und erntet so bis zu 3.000 Kilowatt Strom pro Stunde.

Bis zur Inbetriebnahme dauert es aber noch einige Monate. Derzeit durchpflügen Bagger das Erdreich, liefern Betonmischer Ladung um Ladung für die Fundamente.

Es sind beeindruckende Zahlen, die Projektleiter André Meyer von der Firma Westwind Energy (Kirchdorf) nennt, wenn er über den Windpark in Hoyerhagen an der Grenze zum Landkreis Diepholz spricht. 8,5 Megawattstunden erzeugt jede der Anlagen voraussichtlich pro Jahr. „Ein einzelnes Windrad schafft sicher auch mehr, aber teilweise nehmen sich die Anlagen gegenseitig etwas den Wind“, erklärt er.

Mehr als 200 Meter Gesamthöhe

Fast 150 Meter werden die Masten in den Himmel reichen. Darauf sitzt das Maschinenhaus mit der Rotornabe. Rotordurchmesser: 115 Meter. Jeder der drei Flügel schwingt sich also mit seiner Spitze in mehr als 200 Meter Höhe.

„Im August haben wir die Baugenehmigung vom Landkreis erhalten. Im Oktober haben wir dann mit dem Bau der Zufahrtswege begonnen“, sagt André Meyer. Ursprünglich wollte Westwind elf Windräder in Hoyerhagen bauen. Nun werden es neun. Auf zwei hat die Firma verzichtet, weil in der Nähe ein Rotmilan sein Nest hat.

Einer der größten Parks in der Region

Dennoch: Was dort jetzt im Norden Hoyerhagens entsteht, ist einer der größten Windparks der Region. Zu den neun geplanten Anlagen auf Nienburger Kreisgebiet kommen die bestehenden 13 Windräder in direkter Nachbarschaft in Martfeld-Loge im Kreis Diepholz. Fünf davon gehören ebenfalls Westwind. Sie wurden 2010 in Betrieb genommen und sind deutlich kleiner als die derzeit im Bau befindlichen: Ihre Rotorblätter reichen nur etwa bis zum Maschinenhaus der neuen Anlagen.

„Das erste Fundament ist mittlerweile fertig, das zweite wird in der kommenden Woche angefangen“, sagt André Meyer. Dann rollen wieder die Betonmischer zur Baustelle. 1 200 Kubikmeter stahlbewährter Beton bilden das Fundament einer jeden Anlage. Ein Beton-Lkw transportiert zwischen 8 und 10 Kubikmeter – macht also mindestens 120 Fahrten pro Fundament.

„Alle 10 bis 14 Tage wird mit einem neuen Fundament begonnen. Fünf Wochen braucht man vom Erdaushub bis zum Anfüllen für eines“, schildert André Meyer.

Gegen Ende Februar soll, wenn das Wetter es zulässt, der Turmbau beginnen. André Meyer zieht einen Vergleich zu Lego-Steinen und erklärt: „Vor Ort werden Beton-Fertigsegmente aufeinandergesetzt.“ Hat ein Turm die 100-Meter-Marke erreicht, folgen zwei Stahlteile, auf denen später in rund 150 Metern Höhe das Maschinenhaus sitzt. Für dessen Montage und das Anbringen der Rotorblätter sind dann allerdings größere Kräne als im ersten Bauabschnitt nötig. Deren Ausleger reichen dann bis in 160 Meter Höhe.

Milan verhindert Bau von weiteren Anlagen

Der gesamte Anlagenbau liegt laut André Meyer in den Händen des Windrad-Herstellers Enercon und möglicher Subunternehmer. Der im Windpark erzeugte Strom wird über das Umspannwerk in Hoyerhagen ins öffentliche Netz eingespeist. Dieses Werk in der Feldmark zwischen Rohlfen und Wehrenberg hatte Westwind 2010 für seine fünf Windräder in Martfeld-Loge bauen lassen.

Der neue Windpark sollte ursprünglich bereits 2016 in Betrieb gehen. Allerdings machte der Rotmilan Westwind einen Flug durch die Rechnung. Der Greifvogel ist gesetzlich geschützt und hat ein Revier im Norden Hoyerhagens. „Deshalb war eine Raumnutzungskartierung notwendig, um zu zeigen, welche Bereiche er hauptsächlich für die Nahrungssuche nutzt“, erklärt André Meyer. Zwei der ursprünglich geplanten elf neuen Windräder hätten so nahe am Rotmilan-Horst gestanden, dass das „Schlagrisiko“, also die Gefahr, von den Rotorblättern erfasst zu werden, für den Vogel sehr hoch gewesen wäre. Deshalb werden sie nun nicht gebaut.

Inbetriebnahme wohl im Sommer

„Solche Raumnutzungskartierungen dauern bis zu einem halben Jahr“, sagt André Meyer. Jede Verzögerung kann dem Windpark-Betreiber bares Geld kosten. Dennoch gibt sich Meyer aus der Erfahrung vieler Jahre Windpark-Bau gelassen: „Unvorhergesehende Sachen kommen eigentlich bei jedem Genehmigungverfahren.“ Nach derzeitigen Plan sollen die Windräder nun pünktlich zur landwirtschaftlichen Ernte im Sommer Strom ernten.


Weitere Infos zum Windpark-Bau auf www.w-wind.de

 

Artikel aus der Kreiszeitung vom 05.01.2017

https://www.kreiszeitung.de/lokales/nienburg/grafschaft-hoya-ort120424/hektar-einen-streich-7189830.html

 

 

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© Michael Wendt | Das erste Fundament ist fertig. 1 200 Kubikmeter Beton wurden dafür verbaut. Im Hintergrund zu sehen sind einige Windräder des bestehenden Windparks in Martfeld-Loge.